Dresdens Sehenswürdigkeiten
Die muss man gesehen haben

Theaterplatz

Nach den Plänen Gottfried Sempers wurde der von großartigen Bauten wie Zwinger, Schloss,

Hofkirche und Semperoper umrahmte Theaterplatz gestaltet. Sein ursprüngliches Vorhaben,

ein Forum von der Langgalerie des Zwingers bis hin zur Elbe zu schaffen, konnte Semper allerdings

nicht realisieren. Trotzdem gehört der Platz in seiner verwirklichten Form zu den schönsten Europas.

Mittelpunkt ist das von J. Schillings geschaffene Reiterstandbild König Johanns,

welches 1889 aufgestellt wurde. König Johann hatte eine Vorliebe für Wissenschaften

und war als Danteforscher anerkannt. Das "Italienische Dörfchen" mit seiner klassizistischen

Fassade ist 1912/1913 entstanden. Das heutige Café und Restaurant schließt den Platz zur Elbe

hin ab und liegt an der Stelle einer früheren Siedlung italienischer Handwerker und Künstler,

die am Bau der Hofkirche beteiligt waren. Die ebenfalls klassizistische "Altstädter Wache"

entwarf K. F. Schinkel, die Bauausführung leitete J. Thürmer (1830 bis 1832). Nach der Zerstörung im

Zweiten Weltkrieg wurde sie wiederhergestellt. In der östlichen Ecke des Platzes steht das bronze

Denkmal für Carl Maria von Weber.

Semperoper

Der berühmte Architekt Gottfried Semper baute in der Zeit von 1838 bis 1841 die erste Semperoper

im Stil der italienischen Frührenaissance. Ab 1843 wirkte Richard Wagner hier als Kapellmeister,

bereits 1869 brannte das erste Opernhaus nieder. Die Pläne für den Neubau

des königlichen Hoftheaters - auch der gesamten Innengestaltung - schuf Semper in Wien.

Die Bauausführung übertrug er seinem Sohn Manfred; so entstand 1871 bis 1878

die Semperoper in veränderter Form neu im Stil italienischer Hochrenaissance.

Im Laufe der Jahre fanden hier zahlreiche Ur- und Erstaufführungen mit bekannten Dirigenten statt.

Heute ist die originalgetreue Rekonstruktion der zweiten Semperoper wieder zu bewundern.

In der Mitte des zweigeschossigen, bogenförmigen Arkadenbaus befindet sich die Exedra

mit dem prunkvollen Portal. Die bronzene Pantherquadriga mit Dionysos (Sohn des Zeus

und Gott des Weines) und Ariadne (Tochter des kretischen Königs Minos) auf der Exedra

ist ein Werk von Johannes Schilling, die Bildhauerarbeiten auf dem Dach des Bühnenhauses

stammen von Ernst Semper.

Die von Ernst Rietschel geschaffenen Figuren rechts und links vom Eingang stellen

Goethe und Schiller dar, denn anfangs diente die zweite Semperoper auch als Schauspielhaus.

In den Seitennischen der Fassade befinden sich folgende vier Skulpturen namhafter Dichter

von Julius Hähnel: auf der Seite des Zwingers - Shakespeare und der antike griechische

Dichter Sophokles, auf der Seite zur Elbe - Molière und der griechische antike Dichter Euripides.

Vom prunkvollen Foyer gelangt man durch reich geschmückte Vestibüle (Treppenhallen)

und Wandelgänge zum originalgetreu rekonstruierten Zuschauerraum, der durch seine

reiche Ausstattung besticht. Heute gibt es vier Zuschauerränge, der fünfte wird nur noch für

Beleuchtungszwecke genutzt. Besonders beachtenswert sind die Proszeniumslogen, das aufwendig

gestaltete Bühnenportal, die durch Säulen flankierte Galaloge. Der kostbare Bühnenvorhang von

Ferdinand Keller zeigt die auf dem Thron sitzende "Phantasie". Besonders bemerkenswert ist die

einzigartige Akustik der Semperoper, die weit über die Grenzen Dresdens bekannt ist.

Der Besuch einer Aufführung in der Semperoper verspricht einen unvergesslichen Abend.

Katholische Hofkirche

Zwischen Theater- und Schlossplatz am südlichen Brückenkopf der Augustusbrücke

steht die heutige Kathedrale St. Trinitatis des Bistums Dresden-Meißen - mit etwa 4800 m²

Sachsens größte Kirche. Entstanden ist der monumentale Sakralbau 1738 bis 1755 im Stil

des italienischen Hochbarock als Pendant zur protestantischen Frauenkirche, der Bau der

Hofkirche kostete allerdings erheblich mehr. Mit dem Bau beauftragte Kurfürst Friedrich August II.

den römischen Architekten Gaetano Chiaveri, der später von drei deutschen Architekten

abgelöst wurde. Italienische Handwerker und Künstler führten den Bau schließlich aus.

Die 78 überlebensgroßen Heiligenfiguren auf den Balustraden und in den Nischen schuf

der Bildhauer Lorenzo Mattiellis. 1945 brannte die Kirche aus, später wurden mehrfach

Restaurierungsarbeiten ausgeführt. Im Stadtbild Dresdens dominiert der fast 90 m hohe

Glockenturm mit dem Hauptportal. Er gehört zu den Wahrzeichen der Stadt. Der Haupteingang

ist geschlossen, man gelangt durch einen Seiteneingang in das Innere der dreischiffigen Basilika.

Auffällig ist hier folgende Besonderheit: Um das Mittelschiff wurde ein breiter Prozessionsgang

angelegt, sodass Prozessionen im Inneren stattfinden konnten, um die vorwiegend evangelische

Bevölkerung nicht zu provozieren.

Beidseits des Hauptaltars befinden sich Logen, die für die königlichen Familien bestimmt waren.

Besonders sehenswert ist die prächtige holzgeschnitzte Kanzel (1712 bis 1722)

von Balthasar Permoser sowie das Hochaltarbild "Christi Himmelfahrt" (9,30 m hoch, 4,20 m breit)

von Anton Raphael Mengs - von ihm stammen auch die Seitenaltäre.

Die kostbare Orgel (1753) von Gottfried Johann Silbermann ist eines seiner letzten

und schönsten Werke. In den vier Grufträumen befinden sich 49 Sarkophage mit

den Angehörigen des sächsischen Fürstengeschlechts, darunter Friedrich August II.

und Danteforscher König Johann, dessen Bronze-Sarkophag besonders prunkvoll ist.

Ferner steht hier die Kapsel mit dem Herzen Augusts des Starken, den Leichnam des

polnischen Königs setzte man im Krakauer Dom bei. Durch vatikanisches Dekret wurde

die katholische Hofkirche 1980 zur Kathedrale des Bistums Dresden/Meißen erhoben.

Zwinger

Eines der bekanntesten Bauwerke Dresdens ist der Zwinger. Dieses weltberühmte Meisterwerk

der Barockarchitektur besteht aus einem Ensemble verschiedener Pavillon- und Galeriebauten,

die um einen Platz angelegt wurden. Der Begriff Zwinger stammt ursprünglich aus der

Festungsbaukunst und bezeichnet den Freiraum zwischen innerer und äußerer Wehrmauer.

1709 wurde ein Teilstück der Dresdener Stadtbefestigung mit Holzgalerien umsäumt,

um einen Festplatz zu schaffen. An dieser Stelle entstand 1710 bis 1732 in verschiedenen

Bauphasen der Zwinger. August der Starke beauftragte den berühmten Architekten

Matthäus Daniel Pöppelmann zunächst mit dem Bau einer Orangerie.

Die Eckpavillons und eine Bogengalerie an der Wallseite wurden errichtet.

Den architektonischen Glanzpunkt dieses Komplexes bildet der Wallpavillon mit seinen

beeindruckenden Götter- und Heldenskulpturen; der Bildhauer Balthasar Permoser

stand Pöppelmann zur Seite und schuf den reichen ornamentalen Schmuck - wie auch

die meisten anderen Figuren und Ausschmückungen des Zwingers. Der in seiner Ausführung

vollkommene Wallpavillon wird von der Plastik des Herkules bekrönt, der die Weltkugel trägt.

Im weiteren Bauabschnitt folgten die 36 Achsen zählende Langgalerie mit den Pavillons

auf der Schlossseite und dem prächtigen Kronentor, welches der eigentliche Hauptzugang

des Zwingers ist. Die Attika des Kronentors besitzt reichen figuralen Schmuck,

auf der zwiebelförmigen Kuppel wird die goldene Krone von vier polnischen Adlern getragen.

Schließlich entstand an der Seite zum Schloss das spiegelgleiche Ebenbild des Wallseitentraktes

mit dem Glockenspielpavillon. Nachträglich wurde 1924 bis 1936 ein Glockenspiel aus Meißner

Porzellan installiert. Nach der Restaurierung im Jahr 1995 ist das Glockenspiel heute wieder intakt.

Die Elbseite der Anlage blieb vorerst offen, nur eine hohe Mauer schloss den Zwinger ab.

Erst nach 1847 wurde an dieser Stelle die Gemäldegalerie im Stil der Hochrenaissance

von Gottfried Semper errichtet, die Skulpturen schufen Ernst Rietschel, Ernst Julius

Hähnel und Johannes Schilling. Nach der Zerstörung des Zwingers 1945 wurde er zügig

wieder aufgebaut, die Arbeiten konnten 1963 abgeschlossen werden. Ursprünglich war

der Zwinger weiß und die Dächer hatten einen blauen Anstrich. Sehenswert ist das Nymphenbad,

ein sagenhaftes barockes Wasserkunstwerk. Diese intime Anlage entstand hinter dem

Französischen Pavillon und geht ebenfalls auf die Entwürfe Pöppelmanns zurück,

die Realisierung erfolgte allerdings erst Anfang des 20. Jahrhunderts.

In der Mitte des Nymphenbads befindet sich ein rechteckig gegliedertes Wasserbecken,

in welches das Wasser über bizarre Kaskaden herabstürzt. Die phantasievolle Ausstattung

(mit Delphinen und Tritonen sowie Nymphen in den Nischen) lässt das Bad lebendig erscheinen.

Am ganzen Zwingerbau befinden sich meisterhaft gestaltete Treppenanlagen,

von den reich geschmückten Balustraden des Zwingers hat man den schönsten Blick

über die gesamte Anlage. Einst wurde im Zwinger ausgiebig und ausschweifend gefeiert,

ein höfisches Fest löste das andere ab. Vier Wochen lang dauerte die glanzvollste Lustbarkeit,

die 1719 anlässlich der Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August mit der Kaisertochter

Maria Josepha stattfand. Heutzutage sind Freiluftkonzerte im Zwingerhof ein besonderes Erlebnis.

Schloss

Zu den beachtlichsten Renaissancebauten Deutschlands gehört sicherlich die ehemalige Residenz

der Wettiner - die Baugeschichte des Schlosses, dessen Gebäude sich um drei Höfe gruppieren,

reicht vom 12. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Im 15./16. Jahrhundert wurde die

ursprüngliche Burg zum prunkvollen Residenzschloss erweitert und umgebaut.

Nach einem Feuer im Jahr 1701 ließ August der Starke von 1717 bis 1719 die Anlage

in veränderter Form rekonstruieren. Die 800-Jahr-Feier des Hauses Wettin war Anlass

für einen weiteren ausgeprägten Umbau (1889 bis 1901) im Stil der Neorenaissance.

Nach der Zerstörung 1945 wird das Schloss seit 1986 wiedererrichtet. Große Teile sind

schon fertiggestellt, bis zum Jahr 2006 (800-Jahr-Feier Dresdens) sollen die Arbeiten

endgültig abgeschlossen sein, die Räumlichkeiten werden zahlreiche Museen der

Staatlichen Kunstsammlungen aufnehmen (Grünes Gewölbe, Rüstkammer, Kupferstichkabinett,

Kunstgewerbemuseum und das Münzkabinett).

Rekonstruiert (1964 bis 1966) ist bereits das Georgentor; erbaut wurde es in der Zeit von

1898 bis 1901 durch Gustav Dunger und Gustav Fröhlich. Von Christian Behrens stammen

das Reiterstandbild von Herzog Georg dem Bärtigen wie auch die plastischen Verzierungen.

Der 1991 ebenfalls wiederhergestellte 101 m hohe Hausmannsturm wurde ursprünglich

1674 bis 1676 durch Wolf Caspar von Klengel errichtet, von der Balustrade kann man über

ganz Dresden blicken. In der Silhouette Dresdens hat der Turm wieder einen markanten

Platz eingenommen. Der vermutlich von Giovanni Maria Nosseni 1586 bis 1588 erbaute

Lange Gang war zunächst Ahnengalerie der Wettiner, später dann Gewehrmuseum

und wird heute als Verkehrsmuseum genutzt. Er verbindet das Georgentor mit dem

Johanneum und an der Außenseite wurde der Fürstenzug angebracht. Mit seiner offenen,

mit Wappen und Jagdtrophäen geschmückten Bogenarkade auf toskanischen Säulen grenzt

der Lange Gang den Stallhof ab. Hier fanden früher ritterliche Spiele und höfische Turniere statt.

Die bronzenen Ringelstechsäulen von 1601, die Ringelstechbahn und die Schwemme (Bad und

Tränke für Pferde) erinnern daran. Es ist die einzige erhaltene Turnieranlage dieser Art in Europa.

Fürstenzug

An der Außenfront des Langen Ganges vom Stallhof des Schlosses befindet sich der Fürstenzug,

ein etwa 102 m langer Wandfries. Hier sind unter anderem die 35 Herrscher

der wettinischen Adelsdynastie vom 12. bis 20. Jahrhundert mit ihren Beinamen dargestellt.

Unter den 93 Personen sind natürlich auch die bekanntesten Wettiner zu finden wie

August der Starke und sein Sohn Friedrich August II.. Ab 1872 wurde der Fürstenzug

von Wilhelm Walther in der Sgraffitotechnik geschaffen - am Ende des Zuges hat sich

der Künstler selbst verewigt. Da das monumentale Bild durch die Witterung schnell beschädigt war,

übertrug man es 1906 bis 1907 auf fast 25 000 Meißner Porzellanfliesen.

Es ist damit das größte Porzellanbild der Welt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Fürstenzug

im Vergleich zu vielen anderen Sehenswürdigkeiten der Stadt nur geringfügige Beschädigungen,

so mussten nur wenige Fliesen erneuert und ergänzt werden.

Die Säuberungs- und Restaurierungsarbeiten erfolgten Ende der siebziger Jahre -

seitdem ist der Fürstenzug wieder in seiner vollen Pracht zu bewundern.

Neumarkt - Frauenkirche

Vor der vollkommenen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war der Neumarkt repräsentatives

Zentrum der Altstadt von Dresden. Hier standen einst zahlreiche barocke Bürgerhäuser

und die Frauenkirche. Die protestantische Predigtkirche wurde ab 1727 nach Plänen des

Baumeisters George Bähr gebaut, dieser ließ sich durch die Architektur italienischer

Kuppelbauwerke inspirieren. 1743 vollendete George Bährs Schüler, Johann Georg Schmid,

den 95 m hohen Barockbau mit seiner monumentalen Kuppel, nachdem Bähr 1738

gestorben war. Den Bombenangriffen in Dresden am 13./14. Februar 1945 hielt die

Frauenkirche noch stand. Der darauffolgende Feuersturm in der Stadt machte allerdings

auch vor dem Sandsteinbau nicht halt, sodass die innen ausgebrannte Kirche schließlich

am 15. Februar 1945 in sich zusammen stürzte. Der offizielle Wiederaufbau begann am

27. Mai 1994; bis zum Jahr 2006 soll der Sakralbau wiederhergestellt sein.

Hierfür werden auch die aus dem Schutt geborgene Steine verwendet.

Finanziert wird das gewaltige Vorhaben durch private Spenden und Sponsoren.

Brühlsche Terrasse

Vom "Balkon Europas" - so wurde die Brühlsche Terrasse bereits von Goethe gepriesen -

hat man einen herrlichen Blick über die Elbe zum Neustädter Ufer, bis hin zu den

Loschwitzer Höhen. Die Anlage erstreckt sich vom Schlossplatz aus etwa 500 m lang

und bis zu 200 m breit entlang der Elbe. Kurfürst Friedrich August II. übertrug seinem

späteren Premierminister Heinrich Graf von Brühl - daher auch der Name - das Terrain

der damaligen Festungsanlagen. Dieser beauftragte Dresdner Künstler mit der Anlage

prächtiger Bauwerke und der Gestaltung eines Lustgartens. Von den Gebäuden ist

jedoch keines mehr erhalten. Verblieben ist nur der Delphinbrunnen (1747 bis 1749 von

Pierre Coudray errichtet). Das heutige Aussehen der Anlage stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Eine großzügige Freitreppe (erbaut von G. F. Thormeyer) führt vom Schlossplatz auf die Terrasse;

seit 1868 wird sie durch die Skulpturengruppe "Vier Tageszeiten" von J. Schilling flankiert.

Die ursprünglichen Sandsteinfiguren wurden später durch Bronzestatuen ersetzt.

Kreuzkirche

Der heutige Bau hatte bereits mehrere Vorgänger und gehört mit 3600 Plätzen zu den

größten evangelischen Kirchen Deutschlands. Schon vor der Stadtgründung Dresdens

um 1206 stand an der Stelle der heutigen Kreuzkirche eine Kapelle - die vorwiegend

Handelsreisende zur Andacht nutzten. 1764 bis 1792 entstand die Kreuzkirche nach den

Plänen von Johann Georg Schmid und Christian Friedrich Exner in der heutigen Form

im Stil des Barock mit klassizistischen Elementen. Der Entwurf des Turms (94 m hoch)

stammt von Gottlob August Hölzer, von hier hat man einen herrlichen Rundblick über die Stadt.

Im Laufe der Geschichte brannte das Innere zweimal (1897 und 1945) aus,

bis 1982 war die letzte Wiederherstellung abgeschlossen. Das Geläut wurde im Krieg

glücklicherweise nicht in Mitleidenschaft gezogen - mit fünf Bronzeglocken ist es nach

dem Geläut des Kölner Doms das zweitgrößte von Deutschland. Heute finden in der

Kirche wieder Gottesdienste sowie Vespern und Konzerte statt - die 1963 eingeweihte Orgel

besitzt 76 Register und 6111 Pfeifen. Der berühmte Kreuzchor des Gotteshauses

gehört zu den ältesten Knabenchören der Welt. In der Heinrich-Schütz-Kapelle rechts vom

Haupteingang befindet sich das Schützrelief sowie das Nagelkreuz - ein Versöhnungsgeschenk

der Kathedrale zu Coventry, die 1940 von Deutschland zerstört wurde.

Altmarkt

Das Zentrum der historischen Altstadt ist der erstmals 1370 genannte Altmarkt.

Er war Markt- und Versammlungsplatz, bis in das 18. Jahrhundert fanden hier auch prunkvolle

Feste und Turniere statt. 1945 total zerstört, prägen heute die wiedererrichtete Kreuzkirche,

verschiedene Gebäude mit Erkern und Arkaden sowie der Kulturpalast das Bild.

In der Vorweihnachtszeit findet hier der stimmungsvolle Striezelmarkt statt.

Neues Gewandhaus

Für die Gewandschneider wurde das Haus 1768 bis 1770 nach den Plänen von J. F. Knöbel errichtet.

Ab 1925 war hier die Stadtbank untergebracht. Nach dem Bombenangriff 1945 blieben nur die

Außenmauern übrig, 1965/1966 baute man das Haus wieder auf und erweiterte es.

Neues Rathaus

Unter dem Architekten K. Roth ist der Bau 1904 bis 1910 mit dem 100 m hohen Turm im

Neorenaissancestil entstanden, die vergoldete Figur auf dem Turm (Rathausmann, 4,90 m hoch)

schuf R. Guhr. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk stark beschädigt. Nach der Restaurierung

erinnert nur noch das Treppenhaus im Jugendstil an die früher reiche Innenausstattung.

Neustadt

Die rechtselbisch gelegene Neustadt entwickelte sich bis in das 16. Jahrhundert eigenständig

als Altendresden und wurde 1550 eingemeindet. Man gelangt unter anderem über die

Augustusbrücke von der Altstadt zur Neustadt. Die alte Brücke entstammte ursprünglich

dem 13. Jahrhundert, das heutige Bauwerk entstand 1907 bis 1910 neu nach historischem Vorbild.

Direkt an der Augustusbrücke liegt der Neustädter Markt. Von den wichtigen historischen Bauten

blieb nach dem Zweiten Weltkrieg leider nichts erhalten. Zentrum des Platzes ist der Goldene Reiter.

Das markante Reiterstandbild zeigt August den Starken als römischen Imperator -

sein Blick ist Richtung Osten nach Polen gerichtet.

Loschwitz

Dieser reizvolle Stadtteil Dresdens, der sich an den Elbhängen erstreckt, bietet viel Sehenswertes.

"Blaues Wunder" - so wird die Hängebrücke genannt, welche Loschwitz und Blasewitz verbindet.

Sie gehört zu den Wahrzeichen von Dresden und wurde 1891 bis 1893 erbaut. Mit 226 m Gesamtlänge

und etwa 141 m Länge zwischen den Uferpfeilern gehört die Brücke zu den einzigartigen

technischen Meisterwerken der damaligen Zeit. Der ursprünglich grüne Anstrich verfärbte sich blau -

aufgrund dieser Tatsache sowie der damaligen technischen Meisterleistung setzte sich

der Name "Blaues Wunder" durch. Die Standseilbahn (1895 erbaut, bis 1995 restauriert)

zum "Weißer Hirsch" überwindet einen Höhenunterschied von 99 m und führt direkt zum

Aussichtsrestaurant Luisenhof. Eine Schwebebahn aus dem vorigen Jahrhundert führt zur 84 m

höher gelegenen Loschwitzer Höhe.

Schloss Pillnitz

Am südöstlichen Stadtrand liegt reizvoll direkt am Elbufer das Schloss Pillnitz. August der Starke

ließ ab 1720 ein bereits bestehendes Renaissanceschloss durch Pöppelmann und Longuelune im

Chinoiseriestil um das Wasser- und Bergpalais als Lustschloss und spätere Sommerresidenz erweitern.

Das Neue Palais entstand anstelle des 1818 abgebrannten alten Schlosses. Eine besondere

Attraktion im Park ist eine baumgroße japanische Kamelie (im 18. Jahrhundert gepflanzt),

die noch jedes Jahr blüht.

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© 2002 Michael Lack